Eigentlich wollten wir ja gestern nur einem geschundenen Hund was Liebes tun, indem wir ihm das gute Hundefutter, welches wir unserem Carlo gekauft hatten, bevor wir sein Futter selber zubereitet hatten, bringen.

Rico war ja aber nicht mehr da, gut, das Futter wird aber auch anderen Hunden helfen, aber wie sagte ich doch gestern bei der Verabschiedung: 
Wir kommen morgen bestimmt wieder
.
Nun waren wir wieder auf dem Weg in den Schnee, der nur 35 km von uns entfernt schon dicke lag.

Wir sind da und wollen natürlich so schnell wie möglich Leila wiedersehen!
Als sie aus dem Zwingerbereich kam, zog sie sofort zur Haustür, wir waren in diesem Moment uninteressant.
Draußen schaute sie uns zwar kurz an, dann war aber Zeitung lesen am Straßenrand natürlich erst einmal interessanter, ebenso das Markieren.
Dadurch hatten wir Gelegenheit, uns Leila mal genauer anzusehen. Leila sah auf einmal ganz anders aus, als wir sie vom ersten Spaziergang in Erinnerung hatten, sie war viel schöner und entsprach wesentlich mehr zumindest meiner Vorstellung für einen Nachfolger für unseren Carlo.
Daß Anja ebenso dachte, wußte ich in dem Moment noch nicht.

Am Skilift, bei dem sich der Weg gabelt, schaute sie uns an, um nachzufragen, welche Richtung wir denn nun gehen wollten, also trotz teilweise starkem Zug an der Leine nicht unerfahren, das kleine Fräulein, und bergauf war der Zug für Anja bestimmt nicht unangenehm. :smile3:
Ab und an schaute Leila zwar schon zu uns, aber im Großen und Ganzen war das Schnüffeln und das permanente Markieren für sie wichtiger.
Oben angekommen legte ich eine Pause ein und die beiden Frauen gingen alleine weiter, etwas später folgte ich bis an eine Stelle, an der man mich vom Warteplatz aus noch hätte sehen können.
Als die beiden dann den Weg zurückkamen, schaute Leila zu mir und kam dann auch gleich freudig auf mich zu, also doch nicht ganz so uninteressiert an dem anderen Ende der Leine, bzw. in meinem Fall an dem Menschen neben der Leine. :good3:

Als wir gerade wieder alle 3 vereint waren, kamen ein Mann und 2 Frauen mit 2 Hunden, einer freilaufend, den Weg hoch.
Wie war das noch einmal mit Männer zum Fressen gerne haben?
Dieser Gedanke ging uns jedenfalls in diesem Moment durch den Kopf und wir waren auf alles vorbereitet!

Aber es geschah nichts, weder für den Mann noch einen der Hunde mußten wir einen Notarzteinsatz organisieren.
Mit dem Rüden wollte Leila sogar spielen!

Auf dem Weg ins Tal unterhielten wir uns über Leila und wir stellten fest, daß sie uns beiden immer besser gefiel.

Kurz vor dem Tierheim kam uns noch eine Frau entgegen, die eine Kunststoffeinkaufstüte wie eine Handtasche im angewinkeltem Arm trug.
Im Vorbeigehen sagte sie uns, daß Sie gerade Hasenfutter ins Heim gebracht hatte, soweit kam sie noch, denn auf einmal wollte sich Leila auf sie stürzen, Anja konnte sie gerade noch zurückhalten.
Gerade noch! – da der Überraschungseffekt natürlich sehr groß war.
Eine Frau, absolut weibliches Erscheinen und auch freundlicher Ton zu uns.
Auf den letzten Metern rätselten wir, was wohl der Auslöser gewesen sei.

Beim Tierheim wurde gerade Sam abgeholt, 1 Mann und 2 Frauen, also eine richtige Leckerlieauswahl für Leila. :mosking:
Aber nichts passierte, sie ließ sich nach anfänglicher Skepsis auch Pansen geben.
Zumindest der Mann kannte Leila, logisch sie hatten sich ja auch alle Bewohner angeschaut, bevor sie sich für Sam entschieden hatten.
Als er Leila streicheln wollte, schoß sie urplötzlich auf ihn los aber da Anja sie sofort zurückzog, erwischte Leila nur den Jackenärmel.

Anja hatte dabei auch noch Aus und Sitz gerufen und … so wie sie urplötzlich losgegangen war, saß Leila dann auch urplötzlich still da.
Offen gestanden – wir waren etwas verwundert.

Nachdem Leila dann, ohne das sie sich verabschiedet hätte, wieder in ihren Zwinger gebracht worden war, vereinbarten wir, daß ich am nächsten Tag Leila zum Spaziergang abholen würde.

Auf der Fahrt und zu Hause unterhielten wir uns über die weiße Socke und waren einerseits über das Erlebte verwundert, da nicht erklärbar (zumindest nicht in diesem Moment), zum Anderen stellten wir aber auch fest, daß Sie uns schon etwas ans Herz gewachsen war.

Mal schauen, was der Montag an Erlebnissen bringt.