Ich habe mich entschlossen, Leilas Menüplan etwas zu erweitern, vermutlich hatte es mir schon gefehlt, jeden Tag ein Huhn zuzubereiten. :derisive:
Da die Nierenentzündung von Leila ja nicht chronisch sein soll, wird ihr der Eiweißgehalt eines Huhnes nicht schaden, Nieren benötigen Eiweiß ja ebenfalls zum Leben.
Das Huhn zu enthäuten und zu entfetten geht nach dem einem Jahr permanenter Übung für Carlo flugs von der Hand, nur als ich dann den Reis dazu gemischt hatte dachte ich so für mich daß dies zwar eine Portion für Carlo gewesen wäre, für Leila aber sicherlich für 2 Essen ausreicht und dies, obwohl ich die beiden Brusthälften nicht dazu gemischt hatte.
Die hatte ich als kleines Geschenk gedacht, sozusagen gesunde Leckerlies :smile3:

Im Tierheim bespreche ich zunächst den weiteren Werdegang und welch eine Freude!!! Wir dürfen Leila schon am Freitag mit in ihr neues Zuhause nehmen.
Morgen kommt der Tierarzt sowieso, dann soll auch das Nierenproblem geklärt werden und auf meinen Wunsch wird auch gefragt, ob Huhn gut für Leila ist.

Aber zunächst wird das weiße Söckchen geholt und wir ziehen in die Natur ab.
Als Erstes bekommt sie jedoch ein Stück Brustfleisch, welches Leila zunächst beschnuppert, um es dann vorsichtig zwischen die Zähne zu nehmen.
Ich habe den Eindruck, als wenn sie Hühnerfleisch noch nicht kennt und verwundert darüber ist, wie weich es ist und doch so schmackhaft.
Ab dem Moment ist meine linke Jackentasche der sichererste Ort im Umkreis, da bestens beobachtet. :grin:

Heute gehe ich nicht erst bergab, um dann den Berg wieder hinauf zu gehen, wir gehen gleich beim Tierheim den Berg rauf.
Am Ende des Tierheimes kommen 4 Hunde an den Zaun angestürmt und geben an wie eine Lore Affen.
Leila, bis eben ganz lieb und friedlich, hängt sich sofort in die Leine und giftet zurück.
Den weiteren Weg querfeldein über die Wiesen den Berg hinauf ist Leila wieder ganz ruhig, allerdings immer lebhaft interessiert an allem, was ihr und ihrer Nase begegnet.

Ich nutze die mitgenommene Hühnerbrust aus und fange an, Sitz und Fuß sowohl mit Worten, als auch mit Zeichen in unseren Spaziergang einzubauen.
Sitz klappt schon ganz gut, aber das liegt einfach an der Hühnerbrust, der Leila ja ganz nahe ist, wenn sie vor mir sitzt :yes:
Nur merke ich, das sie in der Richtung in ihrem bisherigen Leben nicht viel mitbekommen hat.

Aber so, wie es, anders als bei unser Schlabberbacke Carlo, erst Liebe auf den 2. Blick war, so schließe ich Leila – Anja würde sie gerne Lela nennen – von Minute zu Minute mehr ins Herz.

Oben angekommen setzte ich mich auf einen Baumstamm, um kurz auszuruhen und ….
da kam dann die Frau den Weg hinauf, die wir schon unterwegs gesehen hatten.
Ich hielt die Leine fest, da ich mit einer geifernden Leila rechnete, doch nichts geschah.
Als dann aber ein Jogger vorbeikam, hing sich Leila jedoch apprupt in die Leine und wäre ich der Jogger gewesen, wäre ich der gut haltenden Leine dankbar gewesen.

Während ich rätsel, warum der Jogger Leila gestört hatte, kommen noch dichter als der Jogger 2 Frauen vorbei, aber diesmal reagiert Leila überhaupt nicht !?

Wir gehen weiter und nach ein paar Metern Weg biegen wir wieder in die Pampa ab.
Ein kleines Stückchen Wald mit Dickicht und danach eine Wiese, Leila scheint es zu gefallen.
Kurz vor der Wiese lag ein ca. 5cm dicker Ast mit ungefähr 2,50 mtr. Länge.
Leila stürzte sich darauf und nagte in der Geschwindigkeit eines Bibers die abstehenden Äste ab, um den Ast dann stolz zu tragen.
Nur kam ihr auf der Wiese – für sie – etwas Besseres in die Nase!
Kuhmist!!!
Und in dem wälzte sie sich, so schnell konnte man gar nicht gucken! :sad:
Sie konnte gar nicht genug von dem Duft bekommen und wenn man ihr Gesicht ansah, konnte man richtig die Sprechblase über Ihrem Kopf sehen und in der stand in Rot und ganz dick Juchuuuuu! :)
Stolz lief sie dann auch neben mir, schaute auch mehr als davor zu mir, so nach dem Motto: Toller Duft, nicht wahr ?!

Leider habe nicht nur ich begrenzt Zeit, sondern auch die Mitarbeiter des Tierheimes wollen bestimmt ihren wohlverdienten Feierabend machen, also gehen wir wieder bergab in Richtung Tierheim.

Am Zaun sage ich Leila Fuß, rede mit ihr und wiederhole Fuß von Zeit zu Zeit.
Drinnen bellen die Vier wiederum und springen am Zaun hoch, nur diesmal werden sie von Leila gar nicht beachtet, sie schaut nach vorne und geht still voran.
Erst ganz zum Schluß dreht sie sich nach den Vieren um und geifert mal kurz zurück, so nach dem Motto: Haltet endlich die Klappe! :smile3:
Haben Hunde aus dem Tierheim wirklich das Gespür „Der Mensch ist ganz nett, da hätte ich nichts dagegen, wenn der mich mitnimmt, also Benimm Dich“ :meeting:

Aber kaum am Zaun vorbei kam die nächste Herausforderung auf uns zu!
Eine Frau und ein Mann kamen uns entgegen, also die Wahrscheinlichkeit war mehr als groß, daß Leila sich in die Leine hängt und einen der beiden angeifert.
Während wir den beiden näher kamen sprach ich mit Leila, ließ sie noch einmal Sitz machen, mit anschließender Hühnerbrust natürlich, und ging dann an den beiden Menschen vorbei, ohne das Leila sich aus der Ruhe bringen ließ.
Offen gestanden war ich in diesem Moment etwas verwundert, da ich mit Anderem gerechnet hatte.

Im Tierheim ging Leila dann sehr schnell wieder in ihren Zwinger und ich fuhr ebenso nach Hause, nachdem ich noch ihr Futter für 2 Mahlzeiten abgegeben hatte.

Am Abend, als ich mich mit Anja über den Tag unterhielt, kam ihr der Gedanke das Leila eventuell falsch als Schutzhund ausgebildet worden war, sprich einfach scharf gemacht wurde.
Alle Personen, die Leila angegiftet hatte, hatten ihre Arme angewinkelt, also eine typische Haltung bei der Schutzhundeausbildung. Dies wollten wir auf jeden Fall in unserem Hundeverein mit jemandem aus der Schutzhundeausbildung ausprobieren.

Erst Montagabend, bis Mittwoch dauert es noch so lange! :mda:
Aber was soll Anja sagen, die über die Woche gar keine Möglichkeit hat, nach Albstadt zu fahren
Was für eine Meinung Leila wohl hat?

Kleine Maus, schlaf gut!!