Nach kurzem Schlaf werde ich von Anja geweckt, denn heute holen wir Leila zu uns!

Unterwegs halten wir noch an, um Trockenfutter zu holen, damit Söckchen sich langsam auf anderes Futter umstellen kann. Unsere Wahl fällt auf eine spezielle nierenschonende Sorte und auf dem Weg zur Kasse kommen noch 2 Keramiknäpfe, Kauknochen und ein Ball hinzu.
Leila hat somit ihre eigenen Näpfe und einen Ball hatten wir bei Carlo ja nicht, da er zwar für sein Leben gerne gefangen hat, aber nie mit einem Ball spielen wollte.

10:15 Uhr, wir sind am Tierheim angekommen, als Leila aus der Tierabteilung geholt wird, kommt sie vor Freude wackelnd und mit dem Schwanz wedelnd auf uns beide zu.
Wissen Hunde wirklich mehr als wir, wußte Leila, das wir sie abholen?

Nachdem die Formalitäten erledigt waren und ein Abschiedsfoto gemacht worden war, gingen wir mit Leila zum Auto. Leila ging leichten Fußes mit, wollte jedoch zunächst nicht in den Wagen einsteigen. Mit etwas Zureden und ein bißchen Hühnerfleisch :smile3: sprang sie dann jedoch rein, so daß wir die Heckklappe schließen konnten.

Unterwegs fiepste sie oft und schaute in allen Richtungen aus dem Wagen. Wir deuteten dies als Erinnerung an ihre letzte Fahrt, die dann im Tierheim endete, behutsam fuhren wir Leila in ihr neues Zuhause.

Dort angekommen öffneten wir vorsichtig die Heckklappe, damit uns Leila nicht eventuell ausbüchste. sie ließ sich jedoch ohne Probleme wieder an die Leine nehmen und sprang dann aus dem Auto, um sofort in Richtung Haustür zu ziehen, wir wollten jedoch zunächst mit ihr auf die Wiese, wohin sie uns auch leicht folgte.
Schnuppern, pinkeln und sich alles gut ansehen waren in diesem Moment für sie angesagt.
Als wir dann wieder zurück gingen, bog sie am Auto wie selbstverständlich in Richtung Haustür ab und ging die Treppen hoch, als wenn sie hier schon ewig leben würde.

Im Haus folgte sie uns dann auf Schritt und Tritt, so daß wir leicht mit ihr durch alle Räume gehen konnten, um ihr alles zu zeigen.

Im Wohnzimmer galt ihr Interesse gleich einer Stelle, an der Carlo vor 5-6 Wochen erbrochen hatte.
Damals gleich gereinigt, diese Woche noch gut desinfiziert und danach mit Dampf gereinigt, roch ihre Nase anscheinend doch noch einen Hundekumpel an dieser Stelle. Auch wenn ich es weiß, um wieviel besser ihre Nasen sind, so war ich in diesem Moment doch verwundert.

Leila folgte uns auf Schritt und Tritt und begeisterte uns zum Beispiel damit, wie sie so gut wie lautlos die Treppen laufen konnte, von Carlo waren wir „immer“ ein Trapp Trapp gewohnt.
Bei den Türen bekam sie vom ersten Moment an von uns die Anweisung zu warten, bis wir durchgegangen waren. Dies war mit ihr kein Problem, jedoch versuchte sie es immer wieder, als Erste durchgehen zu können, was wir aber nicht genehmigten, um die Rangordnung von Anfang an zu zeigen. Dies geschah mit ruhigen Worten und Fingersprache, die sie sofort verstand.

Liebe geht durch den Magen, gerade oder erst Recht bei Hunden.
Im Tierheim gab es um 12 Uhr Futter und so fingen wir an, Leilas neue Näpfe mit heißem Wasser zu füllen und danach abzuspülen. Das folgende Mittagessen gefiel ihr sichtlich, jedoch schlang sie ihr Huhn mit Reis sehr schnell runter.

Anja und ich saßen oben an den Computern, ich hatte Leila auf ihrem Abschiedsfoto vom Tierheim gerade eine Nikolausmütze verpasst, als Leila zu Anja ging, um ihre Hand abzulecken.
Danach kam sie zu mir, um sich auf den Rücken zu legen und mir den Bauch zum Streicheln anzubieten.

So viel Vertrauen in so kurzer Zeit, womit hatten wir das verdient, denn wir hatten unser Söckchen ja nur behandelt, wie wir jedes Tier behandeln würden.
Gut, ein wenig mehr war da schon, da sie uns ja in den wenigen Tagen ans Herz gewachsen war, aber wie mußte ihr früheres Leben ausgesehen haben, wenn sie sich nun schon so unterordnete?

Am Nachmittag gingen wir zu Dritt hinaus auf die Felder und das gefiel ihr sichtlich!
Das Ziehen an der Leine, welches ihr gleichzeitig die Luft nahm, war absolut nicht schön, aber an Ihrem 1. Tag drückten wir alle Augen zu.
Angeiferungswürdigen Objekten begegneten wir an diesem Tag nicht!

Allerdings ist Leila der Meinung, daß der am Abend wieder gefüllte Futternapf Ihrer Beachtung wert ist, sprich das Abendessen hat ihr so gut gemundet, daß man denken könnte der Napf sei bereits gewaschen!

So ein Tag hat viel zu wenig Stunden, denn ehe wir uns versehen ist es Zeit, um ins Bett zu gehen.
Wir zeigen Leila, das sie oben in ihrem Korb schlafen gehen soll und sie geht Kommentarlos nach oben.
Sie dreht sich dabei noch ein paarmal um und schaut uns an, als wenn sie sagen wollte: Können wir über den Schlafplatz noch einmal reden? :smile3: